Isla Canela

Die Isla Canela ist eine an der Costa de la Luz gelegene Insel, die unmittelbar der an der Grenze zur Portugal gelegenen Kleinstadt Ayamonte vorgelagert ist. Über einen richtigen Inselcharakter verfügt die Isla Canela dabei allerdings nicht, da sie nur durch schmale Kanäle vom Festland abgetrennt ist, die bei Ebbe teils auch noch trocken liegen. Neben zahlreichen Apartmentanlagen verfügt die Isla Canela über einige Hotels, die meist der Vier-Sterne-Kategorie angehören. Auf den Besucher wartet ein breiter Sandstrand, der bei Ebbe auf Grund der recht ausgeprägten Gezeiten noch größer wird. Muschelsammler kommen dann voll auf ihre Kosten. Zwischen den Hotels und dem Sandstrand befinden sich Dünenlandschaften, durch die zum Schutz der Dünen Fußgängerstege führen. Ausgesprochen schön ist der an der Isla del Moral gelegene Hafen. Teile des Hafens, um dem herum sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants angesiedelt haben, können nur bei Flut genutzt werden.

Im Hinterland der Hotels befindet sich eine ausgeprägte Sumpflandschaft, die stark durch die Gezeiten beeinflusst wird. Bei Ebbe und Flut sorgt ab- bzw. wieder einfließendes Wasser in den schmalen Kanälen teilweise für eine recht starke Strömung. Ein Wanderweg ermöglicht ein Kennenlernen dieser besonderen Landschaft, die durch die Gezeiten entstanden, aber doch ganz anders ist als das Wattenmeer an der Nordsee.

Besonders eindrucksvoll lässt sich auf der Isla Canela auch das Platzen der spanischen Immobilienblase im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 studieren. Neben einigen Hotels sind es vor allem riesige Apartmentanlagen, die entlang des kilometerlangen Strandes errichtet wurden. Eine Vielzahl der Wohnungen sind heute unbewohnt und werden – wenn überhaupt – wohl nur zu einem Bruchteil des ursprünglich erwarteten Verkaufspreises den Eigentümer wechseln. Entlang des Strandes gibt es an der Isla Canela auch längere Abschnitte, die nicht bebaut sind. Das Ende des Immobilienbooms hat wohl verhindert, dass die Isla Canela entlang des Strandes vollständig zugebaut wurde. Dass man ursprünglich in noch viel größeren Dimensionen geplant hat, zeigt eine teilweise vierspurige Verbindungsstraße von Ayamonte zur Isla Canela, die für den heutigen Bedarf völlig überdimensioniert ist.